Balanced Scorecard: Fünf Literaturempfehlungen

Die Balanced Scorecard (BSC) ist ein Instrument aus dem strategischen Controlling. Sie wird genutzt, um die Unternehmensstrategie in messbare Größen umzusetzen. Die BSC führt dazu Kennzahlen aus den vier Bereichen Kunde, Finanzielle Perspektive, interne Prozesse sowie Lern- und Entwicklungsperspektive zusammen. 5Refs.de fragte Prof. Dr. Thomas Träger nach fünf zitierwürdigen Literaturempfehlungen, die in jeder Studienarbeit und Thesis zur Balanced Scorecard auftauchen sollten.


Balanced Scorecard: FiveReferences

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Welche Bedeutung hat die Balanced Scorecard und welches Potenzial hat sie für Studienarbeiten und Abschlussarbeiten?

Die Balanced Scorecard wurde einer breiten Öffentlichkeit um 1996 bekannt, als Robert Kaplan und David P. Norton das Instrument in einem Harvard-Business-Review-Artikel und etwas später in der California Management Review vorstellten. Daher empfiehlt auch eine meiner References diesen Artikel (Nummmer 4 der Quellen). Der von den Autoren formulierte Gedanke, für eine erfolgreiche Unternehmensführung eine Reihe von aus der Strategie abgeleiteten Parametern gleichzeitg zu betrachten, ist unmittelbar einsichtig. Die Balanced Scorecard leistet genau dies und ist daher schnell in der Wirtschaftspraxis angekommen.

Für Studierende ist die Balanced Scorecard weiterhin ein attraktives Thema für eine wissenschaftliche Arbeit: Die vier Dimensionen der Scorecard – Kunden, Finanzen, Lernen & Entwicklung, interne Prozesse – lassen sich zum Beispiel für neue Problemstellungen adaptieren und mit neuen Kennzahlen zu ihrer Messung versehen. Denken Sie nur an Kennzahlen, die den Digitalisierungsgrad messen und abbilden – das gab es zur Geburtsstunde der BSC noch nicht!

Zwei Ihrer Literaturempfehlungen sind Fachbücher zum „Controlling“. Wieso sind diese für das Thema Balanced Scorecard wichtige Literaturquellen?

Die beiden Bücher dienen der Einordnung der Balanced Scorecard in das Controlling und sind geeignet, Studierenden einen fundierten Überblick zur BSC zu geben.

Warum empfehlen Sie konkret das Buch von Baum/Coenenberg/Günther?

Das Buch behandelt explizit das strategische Controlling und damit einen Bereich, in dem die Balanced Scorecard als Instrument angesiedelt ist. Das Buch ist etabliert und in einem renommierten Verlag erschienen. Die Autoren haben einen guten Namen, gerade Adolf G. Coenenberg gehört zu den großen Vertretern seines Faches.

Mit dem vorliegenden Werk kann als die Einordnung des BSC in den Wissensbereich Controlling gut dargestellt werden. Begriffliche Definitionen wie Kennzahl, Kennzahlensystem etc. lassen sich auch mit dieser Quelle zitierwürdig angehen.

Ihre zweite Empfehlung ist von „Kaplan/Norton: Balanced Scorecard“ aus dem Jahr 2018. Was hat es damit auf sich?

Das ist ein Reprint des Klassikers. Studierende sollten dieses Buch – oder die Orignalausgabe – verwenden, um Kaplan/Norton als Primärquelle zu zitieren. Den Reprint empfehle ich, weil das Buch als Taschenbuch verlegt wurde und mit einem Preis von unter 20,- Euro für jeden erschwinglich ist.

Und warum empfehlen Sie das Controlling-Buch von Horváth?

Horváth hat früh das Potenzial der BSC erkannt und das Konzept aus dem anglo-amerikaneischen Raum nach Deutschland portiert. Herr Horváth hat in seinen Funktionen als Hochschullehrer und Unternehmensberater das BSC-Konzept einerseits wissenschaftlich betrachtet und andererseits in der Unternehmenspraxis propagiert. Daher halte ich seinen Namen für wesentlich bei diesem Thema.

Warum haben Sie die fünfte Quelle ausgewählt?

Der Aufsatz von Singh/Sethi ist aus dem Jahr 2017. Die beiden Autoren gehen mehr als 20 Jahre nach den ersten Veröffentlichungen zur Balanced Scorecard zahlreiche bis dahin erschiene Forschungsarbeiten durch und klassifizieren diese. Natürlich gibt es auch andere Übersichtartikel, in der Literatur wird z.B. von „Hoque, Zahirul: 20 years of studies on the balanced scorecard: Trends, accomplishments, gaps and opportunities for future research“ aus dem Jahr 2014 oft genannt. Dieser wäre ebenso geeignet.

Für eine studentische Arbeit ist aus meiner Sicht wichtig, dass neben den oben genannten historischen Orignalquellen von Kaplan/Norton der Sprung in die aktuelle Forschung nicht verpasst wird. Und dazu dient beispielhaft die Arbeit von Singh/Sethi. Der Leser findet darin zahlreiche zitierwürdige Veröffentlichungen aus den letzten 20 Jahren. Die Autoren klassifizieren die Literatur und helfen dadurch, für die eigene Abschlussarbeit schnell relevante Quellen zu wählen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Vollständige FiveReferences (wegen der Links handelt es sich um WERBUNG)

  1. Baum, Heinz-Georg/Coenenberg, Adolf G./Günther, Thomas: Strategisches Controlling, 5. grundlegend neu bearbeitete und erweiterte Auflage, Schäffer Poeschel, 2013.
  2. Kaplan, Robert S./Norton, David P.: Balanced Scorecard: Strategien erfolgreich umsetzen, Schäffer Poeschel, Stuttgart, 2018.
  3. Horváth, Péter/Gleich, Ronald/Seiter, Mischa: Controlling, 13. Auflage, Verlag Franz Vahlen, 2015.
  4. Kaplan, Robert/Norton, David: Linking the Balanced Scorecard to Strategy. In: California Management Review, Vol. 39 Issue 1, Herbst 1996, S. 53-79.
  5. Singh, Reetesh/Sethi, Simple: The Balanced Scorecard: Churning the Existing Literature. In: Amity Global Business Review., Vol. 12 Issue 2, September 2017, S. 20-31.

Über Prof. Dr. Thomas Träger

Prof. Dr. Thomas Träger hat über 20 Jahre Erfahrung in der Betreuung von Studien- und Abschlussarbeiten. Er unterrichtet seit 2013 an der Steinbeis-Hochschule Berlin. Davor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Passau und später Lehrbeauftragter an veschiedenen Hochschulen. Mehr im Netz zu Prof. Dr. Thomas Träger.

Bücher von Prof. Dr. Thomas Träger:

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