Quality Function Deployment: Fünf Literaturempfehlungen

Zum Thema Quality Function Deployment (QFD) nennt Ihnen Prof. Dr. Thomas Träger in diesem Beitrag fünf zitierwürdige Literaturquellen, die aus Gutachtersicht für Ihre Studien- oder Abschlussarbeit geeignet sind. Die QFD ist eine präventive Qualitätssicherungstechnik, die bereits in der Produkt- und Leistungsentwicklung eingesetzt wird.


Five References zur Quality Function Deployment

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Wofür steht das Kürzel „QFD“ und wie kann man sich mit zitierwürdiger Literatur in das Thema der QFD einlesen?

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Literaturempfehlung Nr. 1


Benes/Groh: Grundlagen des Qualitätsmanagements

QFD steht für Quality Function Deployment. Es ist eine Technik, die in den 1960er Jahren in Japan entwickelt wurde und sicherstellen soll, dass die „Stimme des Kunden“ von den Ingenieuren gehört und in ein passendes Produkt umgesetzt wird. Somit befasst sich die QFD schon früh mit der kundenzentrierten Sicht der Produktentwicklung oder auch – anders gesprochen – mit der Verhinderung von Overengineering.

Zum Einlesen gibt es eine Vielzahl grundlegender Lehrbücher. Ich persönlich möchte das Buch von Benes/Groh favorisieren: Die Quality Function Deployment nimmt dort ein ganzen Kapitel ein. Die Inhalte sind leicht verständlich und gut zu lesen. Ich möchte darauf hinweisen, dass das Buch – wie jedes Lehrbuch – eine Sekundärquelle darstellt und daher unbedingt mit Primärquellen ergänzt werden muss.

Gilt das Buch von Jutta Saatweber zur Kundenorientierung durch Quality Function Deployment als eine solche Primärquelle?

Ja, das Buch von Frau Saatweber ist ein echtes Fachbuch. Die Autorin ist eine Expertin für die QFD. Sie hat große Erfahrung in der Arbeit mit der QFD gesammelt. Dieses Wissen – zum Beispiel aus Beratungsprojekten zur QFD – ist in dem genannten Buch „Kundenorientierung durch Quality Function Deployment“ vereint.

Wenn man sich zum Beispiel mit dem Benes/Groh in das Thema eingelesen hat, verschafft Jutta Saatweber den erforderlichen Tiefgang. Für dual Studierende und Studenten im berufbegleitenden Studium ist dieses Buch wegen der praktischen Bezüge doppelt zu empfehlen.

Eines der von Ihnen empfohlenen Werke ist das Buch „Quality Function Deployment (QFD)“ von Yoji Akao. Warum gehört dieses Buch zu den QFD-Literaturtipps?

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Literaturempfehlung Nr. 3


Akao: Quality Function Deployment

Die QFD geht auf den Japaner Yoji Akao zurück. Von ihm stammt das erste Fachbuch zu dem Thema und nach ihm ist der Akao-Preis benannt, der für Verdienste um diese Qualitätstechnik vergeben wird. Akao muss also bei jeder Studienarbeit und in jeder Thesis zur Quality Function Deployment als Pimärquelle verwendet werden.

Von Akao gibt es zwei Bücher zur QFD. Das eine stammt aus den 1980er und ist in Bibliotheken zu finden. Das zweite, welches ich empfehle, wurde 2004 veröffentlicht. Es bezieht sich inhaltlich bereits auf die Erfahrungen, die mit der QFD gemacht wurden. Kapitelweise geht das Buch auf die Anwendung der Technik in verschiedenen Branchen ein, z.B. „Quality Function Deployment for Software Development“ oder „…for the Service Industry“. Gerade im dualen Studium und beim berufbegleitenden Studium sind diese Praxisbezüge sehr wertvoll: Sie zeigen, wie präventives Qualitätsmanagement in den jeweiligen Branchen mit der QFD funktioniert.

Die von Ihnen genannten Bücher sind alles zitierwürdige Klassiker. Was empfehlen Sie für den aktuellen Bezug in der Studienarbeit oder bei der Thesis?

Den aktuellen Bezug empfehle ich über Zeitschriftenartikel herzustellen. Dass es da eine Menge gibt, zeigt eine Meta-Studie aus dem jahr 2002. Chan und Wu, so die Namen der beiden Autoren, haben 650 Publikationen zur QFD ausgewertet und zeichnen damit den Entwicklungsverlauf der Qualitätstechnik nach. Der Artikel ist auch zu lesen, um die Systematik der QFD und ihrer Felder demonstriert zu bekommen. Zudem finden sich weitere Literaturtipps zu aus Sicht der Autoren besonders informativen Quellen in dem Beitrag.

Gibt es weitere „Klassiker“, die sich als zitierwürdig gezeigt haben?

Sicher. Ausgewählt habe ich von Hauser/Clausing einen Zeitschriftenbeitrag mit dem Titel „The House of Quality“, veröffentlicht in der Harvard Business Review im Jahr 1988. Hauser/Clausing stellen darin die Quality Function Deployment und das zentrale Element daraus, die Matrix zwischen Kundenanforderungen und Spezifikationen vor. Diese Matrix und angrenzende Tabellenbereiche bilden zusammen das Qualitätshaus – eben das House of Quality.

Wer auf wenigen Seiten einen Überblick zu der Technik mitsamt einem durchgängigen Beispiel aus dem Automobilbereich finden möchte, der ist mit dem Beitrag von Hauser/Clausing gut beraten.

Vielen Dank für das Gespräch!

Literaturempfehlungen zur Quality Function Deployment mit vollständigen bibiliographischen Angaben (wegen der Links handelt es sich um WERBUNG)

Über Prof. Dr. Thomas Träger

Prof. Dr. Thomas Träger hat über 20 Jahre Erfahrung in der Betreuung von Studien- und Abschlussarbeiten. Er unterrichtet seit 2013 an der Steinbeis-Hochschule Berlin. Davor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Passau und später Lehrbeauftragter an veschiedenen Hochschulen. Mehr im Netz zu Prof. Dr. Thomas Träger.

Bücher von Prof. Dr. Thomas Träger:

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